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Haarpflege vor und nach dem Badeurlaub

Sonne, Strand, Schwimmen: Für uns ist es Erholung, für die Haare bedeutet es richtig Stress. Experten erklären, wie Ihre Frisur den Urlaub unbeschadet übersteht
von Ulrike Kleiner, 11.09.2017

Wind, Sonne und Salzwasser entziehen dem Haar Feuchtigkeit

F1online/Cultura

Warum kann ein Badeurlaub dem Haar so schaden? Salz- und Chlorwasser trocknen das Haar aus. Die Schuppenschicht verliert beim Schwimmen ihre natürliche Imprägnierung. Die Folge: Das Haar quillt auf, stabilisierende Faserproteine werden herausgewaschen.

"Zudem baut die UV-Strahlung schützende Fette im Haar ab und bleicht es aus", sagt Friseur Jörg Oppermann aus Hamburg. "Meersalzkristalle verstärken den Bleicheffekt zusätzlich, sie wirken wie kleine Brennspiegel." Und auch der Wind entzieht dem Haar Feuchtigkeit. Im schlimmsten Fall machen der Sommer und ein Urlaub am Strand die Haare strohig und stumpf, wenn man nicht gegensteuert.

Vor dem Urlaub: Aufbaupflege

Beginnen Sie damit bereits zwei Wochen vor dem Reisestart.

  • Lassen Sie kurz vor dem Urlaub Ihre Frisur auf Stand bringen und Spliss vom Profi kappen. "Ein gut sitzender Schnitt verhindert nicht nur, dass die Haare am Strand schnell verfilzen", sagt der Friseur Jörg Oppermann aus Hamburg, "er steigert auch die Vorfreude auf die Reise." Vor allem sind gesunde Haarspitzen weniger anfällig für die Folgen von UV-Licht, Salz- und Chlorwasser.
  • Damit die schützende Schuppenschicht der Haare möglichst intakt ist, lassen Sie wöchentlich eine nährende Maske, etwa mit Färberdistelöl oder Sheabutter, für zehn Minuten einwirken. Das macht auch trockene und kolorierte Haare widerstandsfähiger.
  • Von innen kann die Frisur ebenfalls unterstützt werden. "Gesunde Haare entstehen unter der Haut, in den Haarpapillen", erklärt Martina Seitz, Apothekerin in Berlin-Frohnau. "Wenn diese Haarfabriken optimal mit Nährstoffen versorgt werden, verbessert das die Haarqualität." Zu diesen Vitalstoffen zählen zum Beispiel Zink, Kalzium, Selen, Biotin sowie die Vitamine C und E. Wer sie nicht ausreichend über Essen und Getränke aufnimmt, kann in seiner Apotheke nach entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln fragen.

Im Urlaub: Rundumschutz

UV-Strahlen, Salz- und Chlorwasser – das sind die Herausforderungen, die Ihre Haare im Urlaub meistern müssen.

  • Wer den ganzen Tag in der Sonne verbringt, verbirgt Haare und Kopfhaut am besten unter einem Hut oder Tuch. Das schützt optimal vor den Gefahren durch UV-Strahlen.
  • "Für dichtes, unbehandeltes Haar oder Tageszeiten mit niedriger UV-Strahlung sind Schutzsprays und -fluids mit UV-A- und UV-B-Filter eine gute Alternative", findet Apothekerin Martina Seitz. Die Produkte sollten fettfrei, wasserfest und nicht klebrig sein. "Vergessen Sie beim Sprühen nicht den Scheitel, mögliche Geheimratsecken und – bei schütterem Haar – die Kopfhaut", rät Seitz.
  • Um den Austrocknungseffekt von Meerwasser in Grenzen zu halten, die Haare nach dem Baden immer mit Süßwasser ausspülen. Die Mühe sollten sich auch Pool-Schwimmer machen. "Chlorwasser kann auf blond gefärbten Haaren einen unschönen Grünstich hinterlassen", warnt Oppermann. Wer auf Nummer sicher gehen will, muss mit Badekappe ins Wasser.
  • Die nasse Mähne nicht einfach mit einem Haargummi bändigen und straff zusammenbinden. An den Druckstellen kann das feuchte Haar unter Umständen sogar brechen. Besser: Mit Haarklammern oder -spangen möglichst locker hochstecken. Wer die empfindlichen Haarspitzen dabei nach innen dreht, schützt sie vor Sonneneinstrahlung.
  • Nach dem Urlaubstag ist Après-Pflege wichtig. Sollte die Kopfhaut rot sein oder brennen, kühlen Shampoos und Seren mit Panthenol und ätherischen Ölen. Auf spärlich behaarte Bereiche abends ein After-Sun-Gel großzügig verteilen.
  • Apothekerin Seitz empfiehlt milde Shampoos, die nicht noch zusätzlich reizen. Sowie Spülungen und Masken, zum Beispiel mit Sojabohnenöl oder Panthenol. Sie lassen die Haare glänzen und machen sie gut kämmbar.
  • Spülungen und Masken helfen auch, wenn die Haare durch Wind und Wellen verwuselt sind. "Entwirren Sie die Haare mit einem grob zinkigen Kamm", rät Oppermann. "Arbeiten Sie sich vorsichtig von den Spitzen zu den Ansätzen hoch." Beim Kämmen nicht an den Haaren reißen. Das zerstört die Schuppenschicht.
  • Verzichten Sie beim Styling auf starke Hitze. Möglichst kühl föhnen, Glätteisen und Lockenstab zu Hause lassen.

Nach dem Urlaub: Verwöhnprogramm

Wieder zu Hause, können Sie mögliche Haarschäden reparieren – mit sehr intensiver Pflege.

  • Jetzt kann es nicht reichhaltig genug sein. Die Apothekerin Martina Seitz empfiehlt Haarmasken, -konzentrate und -öle, etwa mit Blütenwachs oder Macadamiaöl. Gegen eine aufgeraute Schuppenschicht helfen Shampoos und Spülungen mit speziellen Pflegemolekülen, die sich an die Schadstellen heften. Bei stärker strapazierten, brüchigen Haaren sind Produkte mit Leindotteröl oder pflanzlichem Keratin eine gute Wahl. "Lassen Sie die Intensivpflege am besten unter einem warmen Handtuch 20 Minuten lang einwirken oder auch mal über Nacht", sagt Seitz. Das verstärkt die regenerierenden Effekte.
  • Die Kopfhaut hat ebenfalls ein wenig gelitten, juckt und spannt? Dann können spezielle Haarwässer helfen. Oder Sie massieren täglich ein Haartonic ein – das erfrischt. Und lässt, sofern die richtigen ätherischen Öle und Aromen verarbeitet wurden, Urlaubserinnerungen wach werden.
  • Von innen bauen Haarkurtabletten mit Mineralstoffen und Vitaminen (etwa Biotin) den natürlichen Kopfschmuck wieder auf. Effekte werden aber erst nach mehrmonatiger Einnahme sichtbar.
  • Strapazierte Spitzen kann ein Haarspitzen-Fluid retten. Konsequent nach jeder Wäsche einmassieren und die Haare anschließend – wenn möglich – an der Luft trocknen lassen. Einzige Lösung für irreparable Schäden: ein Termin beim Friseur Ihres Vertrauens. Er kann Spliss entfernen oder eine glanzgebende Intensiv-Pflege auftragen.
  • Sie wollen den Strand-Look in den Alltag retten? Mit einzelnen Farbsträhnen lassen sich ausdrucksstarke Akzente setzen, die Haare wirken wie von der Sonne gebleicht. Oder Sie nutzen Lichtreflexsprays. Auch mit etwas "trockenem Öl" sieht die Frisur sofort gepflegt aus.
imago/alimdi

Styling-Tipps für die warme Jahreszeit

Flechtfrisur mit Blüten: Der romantische Look passt zu langen Sommerkleidern. Rund um den Kopf einen "Bauernzopf" flechten, dabei bei jedem Kreuzen des äußersten Haarstrangs nach innen eine Strähne mehr mitfassen. Einzelne Blumen ins Haar stecken.

Beachwaves: Wie nach einem Tag am Strand – Für die lässigen Wellen Styling-Mousse im handtuchtrockenen Haar gleichmäßig verteilen, einzelne Strähnen aufzwirbeln und mit Haarnadeln feststecken. Oder die Strähnen auf Papilloten rollen. Die Haare mit einem Netz
schützen und trocken föhnen. Dann die Wellen nicht auskämmen, sondern nur mit den Fingern auseinanderzupfen und durchwuscheln.

Stocksy United/--

Zopf im Fischgrät-Style: Haar bürsten und mit Haarpuder etwas griffiger machen. Die Seitenpartien hinter den Ohren mit einem Clip fixieren. Haare in zwei Strähnen teilen. Im Fischgrätmuster flechten: jeweils von außen eine dünne Strähne abteilen und zum anderen Strang hinzunehmen.

Sleek-Look: Wie gerade aus dem Meer gestiegen – In die leicht feuchten Haare ein reichhaltiges Öl mit Wet-Look-Effekt kämmen, kurze Haare streng nach hinten stylen, lange Haare mit einem Haargummi bändigen, zum Knoten drehen und feststecken.

The Licensing Project, LLC/Beth Sternbaum

Dutt für heiße Tage: Hoch angesetzte Haarknoten halten den Nacken kühl und schmücken auch fürs Büro. Schaumfestiger in die Haare geben und diese auf dem höchsten Punkt des Kopfes zusammenbinden. Schonend geht das mit Spiral-Haargummis. Sie knicken die Haare nicht ab. Eine Strähne um den Gummi wickeln, feststecken, fertig ist der Dutt!

Tuch-Frisur mit Retro-Charme: Hohen Pferdeschwanz binden, zum Dutt eindrehen und feststecken. Mit Haarspray fixieren. Ein gemustertes Seidentuch etwa zehn Zentimeter
breit falten, um den Nacken legen und am Oberkopf verknoten.



Bildnachweis: F1online/Cultura, imago/alimdi, Stocksy United/--, The Licensing Project, LLC/Beth Sternbaum

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